Natürlich sind Zusammenhänge wichtig. Aber hier und jetzt wollen wir für einen Moment mal alles beiseite lassen und das neue
-Album betrachten, ohne an gestern, vorgestern oder morgen zu denken. Warum? Weil man noch nie in der Geschichte dieser Band so sehr das Gefühl hatte, dass es nur um den Moment ging. »
« ist ein derart jetztzeitiges, frisches und vitales Album geworden, dass man nicht einen Moment lang auf die Idee kommt, hier einer Band zu lauschen, die bereits auf eine derartige Karriere zurückblickt wie
. Einer Band, der nun ausgerechnet im 20. Jahr ihres Bestehens ein ebenso wütendes wie introspektives, bisweilen clever ironisches, dann wieder klug den Zeitgeist analysierendes Monster von einem Album gelingt.
Wir sind also mitten in der post Reunion der
Selig-Geschichte. Während
»
Und endlich unendlich« und das Folgealbum »
Von Ewigkeit zu Ewigkeit«
den Prozess der Selbstfindung dieser fünf ungleichen Freunde und Musiker
reflektierten, richtet »
Magma« den Blick nach vorne - und nach außen.
Die selige Innenpolitik ist intakt, also fragen sie sich nun: »
Was
passiert in der sonstigen Welt?«
Dieser Prämisse folgend, entstand die Vorab-Single «
Love & Peace«,
ein wilder Parcoursritt durch die politische und gesellschaftliche
Geschichte der letzten 30 Jahre, in dem Credo mündend: »
Wenn du die Welt
nicht verändern kannst, verändere dich selbst / Wenn du dich selbst
nicht verändern kannst, verändere die Welt.
Aufgenommen hat die Band das neue Album im Spätsommer 2012 in den East
Midlands, in England. Nachdem die vorangegangenen Alben in eigener Regie
entstanden waren, wollten
Selig für »
Magma« wieder mit einem
Produzenten arbeiten. Sie haben lange gesucht und viele Leute
ausprobiert, aber so richtig hat es nicht gefunkt. Schließlich kamen sie
durch einen wunderbaren Zufall an den vermeintlichen "Rick Rubin von
Europa". Die Rede ist von
Steve Power, der mit Blur und zahlreichen
anderen Hochkarätern gearbeitet, vor allem aber gemeinsam mit
Guy
Chambers die entscheidenden ersten fünf Robbie-Williams-Alben produziert
hat. Power könnte sich also mit einigem Recht entspannt zurücklehnen.
Genau das tat er aber nicht. Er erkundigte sich über die Band und war
begeistert von dieser outstanding, besonderen Band. Sofort wollte er
rüberkommen und die Musiker kennen lernen. »
Und nur kurze Zeit später
stand er dann tatsächlich bei uns im Studio«, erinnert sich
Plewka
lachend.
So entstand ein Werk, dem man die Produktionsstätte durchaus anhört.
Schnell fand auch die 1. Single auf diesem besonderen Werk Platz. »
Alles
auf einmal« ist ein biografischer, intimer Song. Und ein weiterer Hit!
Die Zeile »
Bitte bitte bitte bitte bitte nicht alles auf einmal / Ich
verliere meine Mitte und das hatten wir schon mal« verweist auf die
Probleme, die der Sänger in den Neunzigern mit dem Ruhm hatte und macht
deutlich, dass es nicht immer leicht fällt, mit den positiven Seiten des
Applauses und dem Loch danach, umzugehen. »
Ein Leben im Überflug, mit
Leichtsinn und Selbstbetrug« -
Plewka hat es erlebt.
Hier zum Video"Alles Auf Einmal" >>
Selig sind mit »
Magma« als Band, Freundeskreis, Musikerkollektiv in
einer Weise bei sich selbst angekommen, wie das zuvor eigentlich noch
nie der Fall war, auch in den Neunzigern nicht. »
Uns geht es um die
Zwischenmenschlichkeit, die wir erfahren haben mit Selig, « sagt
Plewka.
»
Wie schön das ist, in Liebe und Frieden nach so langer Zeit
miteinander klarzukommen. Und das wollen wir nach außen transportieren. «
Mit "
Magma" ist Ihnen das sicher gelungen.
SELLIG LIVE:
"MAGMA" – Tour 2013
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